Die haben ja immer nur mein Bestes gewollt!

In der ganzen Zeit meines „gewichtigen Daseins“ wurde von einigen Menschen in meiner Umwelt das Dick sein mit dem dickhäutig sein verwechselt. Und man glaubt es kaum, auch Menschen, die so viele Kilos auf die Waage bringen wie ich, die spüren die Spitzen, die auf einen abgeschossen werden.

Dabei sind es  die gut gemeinten Dinge, die  sich in die Haut und in die Seele brennen, wie Brandeisen. Bedachte oder unbedachte Äußerungen, die nicht verletzen sollten, aber es genau dadurch taten. Hier ein paar Beispiele dafür:

„Weißt du, der mag dich wirklich – der steht auf ausgesprochen dicke Frauen!“

„Wir können uns auch was bestellen, wenn du magst – da weiß ja keiner, wie viele Personen wir sind.“

„Ich hab dich nur deshalb nicht gefragt, ob du mitgehen möchtest, weil wir tanzen gehen wollten und du mir Leid getan hättest, wenn du so allein herumsitzen hättest müssen“

„Komm doch mit zum Schwimmen, musst ja nicht ins Wasser gehen“

Da gibt es auch noch unzählige Sprüche…. Und alle sind nicht böse gemeint.

Und dann kam irgendwann der Augenblick, wo ich das einmal ansprach und fragte, was sich die Menschen dabei bloß denken würden. Und dann staunte ich nicht schlecht!  Viele haben es ja „nur gut gemeint“. Andere: „Sich nichts dabei gedacht“ und wieder ein paar: „es nur so daher gesagt“. Aber die Meisten wollten mich damit nur „nicht  verletzen“ oder „ein bisschen aufrütteln“.

Besonders gut gefallen mir die, die das „Aufrütteln“ nur  taten, weil sie „nur mein Bestes“ wollten. Nein – natürlich nicht einige überflüssige Kilos – sondern………. keine Ahnung…..

Aber ich sag euch eins – und das gilt – egal in welcher Gewichtsklasse ich mich auch in Zukunft aufhalte und egal um welches Thema es jemals gehen wird:

Mein Bestes ist – wie es der Name schon sagt – MEINES!!!!! Und das geb ich keinesfalls her, egal wie sehr es  Jemand auch möchte : – )

Advertisements

Ich bin/ war schon immer ein Wortcowboy „Charlton Heston“ auf „Gewaltig“ ;-)

Ich glaube, dass Cowboys – genau wie ich auch – nicht unbedingt gerne geschossen haben. Aber irgendwie mussten sie schneller sein, um nicht verletzt werden zu können. Und genau damit sind wir schon beim Thema.

Ich fang gleich einmal damit an, was diesen Artikel hier im Blog betrifft: „Ja ich bin mir dessen bewusst, dass ich weiblich bin und ich habe auch genug Aus- und Fortbildung, was das „GENDERN“ betrifft, aber ich bin der Meinung, dass Cowgirls  mit anderen Aufgaben und anderen Eigenschaften verbunden werden, als Cowboys.

So und nun zum Thema zurück. Oder – naja irgendwie bin ich ja sowieso schon die ganze Zeit dabei 🙂

Also ich nehme an, dass das die Meisten – die mit dem Thema Übergewicht zu tun haben – genau kennen. „Bevor mich jemand verletzt – wehre ich einen Angriff ab“ Manchmal sogar ohne zu wissen, ob der Angriff überhaupt kommen würde.

Vor einigen Jahren war ich sehr lange Zeit lang immer wieder im Krankenhaus. Einige Male und in einigen Situationen war ich da auch darauf angewiesen von Sanitätern und Schwestern gehoben und/oder transportiert zu werden.  Bevor eine !!Schwester oder ein Pfleger auch noch darüber nachdenken konnte: „Wie nehm man denn den?“ (Frei nach Hans Moser in  „Hallo Dienstmann“) fragte ich schon mit einem breiten Lächeln im runden Gesicht: „ Oh bekommen Sie heute Elefantenzulage?“

Meist war dann der Damm gebrochen und ich erntete  ein höfliches: „Na das ist doch gar nicht so schlimm! Sie haben ja keine Ahnung was wir sonst herumschleppen müssen!“

Auch wenn ich (Betonung auf „wenn“) einmal ein Geschäft betrat in dem es Kleidung zu erwerben gab (ja mit der Wortwahl will ich mein Verhältnis zu dieser Tätigkeit ausdrücken) fragte ich sofort nach der Abteilung für Walrösser, was mir manch lustigen Gesichtsausdruck zu sehen gab. Oder aber beim Essen gehen mit einer Freundesgruppe, wenn ich nach den Tischen fragte, bei denen die „verstärkten“ Sessel stehen.

Und da gibt es Dutzende Beispiele dafür. Ich finde, dass man auch beobachten kann, dass Kabarettisten und zwar weibliche mit einem BMI von größer 20 und männliche mit einem BMI größer 30 alle das Gewicht zum großen Anteil ihres Auftrittes machen. Ist das nicht bezeichnend?

Vielleicht hat das aber auch damit zu tun, dass ich dadurch immer ein willkommener Gast, ein toller Kumpel, eine verständnisvolle Freundin war. Ich hab nie zu viel gegessen oder getrunken – Keiner sollte annehmen ich sei „maßlos !!und gierig“, ich verlangte nie Nähe oder Zuwendung – Keiner sollte annehmen, ich sei „unkontrolliert und einnehmend“, ich verlangte nie Aufmerksamkeit oder Achtung – Keiner sollte annehmen ich sei „eingebildet oder egoistisch“.

Ich hab viel gelacht!

Ich hab viel gescherzt!

Ich hab viel getröstet!

Ich hab viel zugesehen!

Und das Lied, das mich lange Zeit in meinem Inneren am meisten begleitet hat war aus dem „Land des Lächelns“ ……. Und wie´s  da drin aussieht, geht Keinen was an….

ABER was mach ich jetzt ohne diese ganzen Krücken?  Als jemand der die Krücken nicht mehr braucht, aber nicht weiß, wie man ohne diese verdammten Dinger geht?

…….. Na schau ma mal…. Ich werde immer wieder berichten 😉

Oh, mir wächst ein Hals , ich glaub ich werde eine Giraffe ;-)

BildGanz viele Jahre lang hatte ich eine gewisse Ähnlichkeit mit einem „Schneemann“. In meinem Bauplan waren keine Schultern, keine richtigen Beine, überhaupt keine Taille, dafür aber auch keine „ausladenden“ Hüften und vor allem aber auch – kein Hals – vorgesehen. Einige von euch kennen sicher noch den kleinen Humpty Dumpty aus „Alice im Wunderland“. Ich glaub das war der Prototyp „Hanna“.

Umso erstaunter war ich, als mir vor einigen Tagen aufgefallen ist, dass mir ein Hals wächst. Aber nicht nur ein Hals, sondern auch Schlüsselbeine und zwischen den beiden auch irgendwie so komische „Löcher“ oder „Gruben“.

Und auch sonst ist mein Körperbau und meine Statik aus der Bahn gelaufen. An meinen Hosen kann ich erkennen, wie langsam, aber sicher meine Beine immer kürzer werden.

Woran ich das erkenne ?  Tja, ich seh zwar jetzt viel größer aus……. aber meine Hosen sind plötzlich nicht nur um 3 Nummern zu weit, sondern auch um fast 10 cm zu lang.

Meine Finger wachsen auch immer mehr. Vor einigen Monaten konnte ich mit meinen Fingern, mein Handgelenk nicht umfassen, da waren meine Hände noch fast quadratisch und die Fingerknöchel lagen jeweils in einer herzigen kleinen Grube. Jetzt sieht man sie und die Hände sind schmal und lang.

Jetzt ertappe ich mich dauernd dabei andere Menschen genau anzusehen. Ich versuche zu entdecken, ob die auch so „gebaut sind, wie es bei mir langsam wird. Ich schau wie die genau aussehen und was sich da bei mir dann noch ändern könnte……..

Also, wenn euch auf der Straße eine Frau entgegenkommt, die euch staunend – wie ein kleines Kind – mustert  und verblüfft anschaut, denkt euch nichts dabei, das könnte ich sein. Ich lerne, lerne, lerne….

Gewicht verlieren – NEIN DANKE!

Heute hab ich wieder einmal die Fotos auf meinem Handy mit denen am Rechner synchronisiert, beschriftet und geordnet. Wow, da bin ich auf Fotos gestoßen, die gar nicht gehen 😦

Ja, ich glaub jetzt zu wissen, was die Leute meinen, wenn sie fragen: „ Sie haben aber ganz schön Gewicht verloren – stimmt es?“ Meine Antwort war immer: „Na es geht.“

Und heute ist mir beim Fotos sortieren aufgefallen, dass sich wirklich was verändert hat. Aber trotzdem fühle ich mich mit dem Gedanken „Gewicht verloren zu haben“ nicht wohl.

Viel zu oft war ich schon in der Situation! Viel zu viele Kilos habe ich im Laufe der Jahre schon verloren. Aber die Meisten hab ich auch wieder „gefunden“!

Aber diesmal will ich nicht einmal daran denken, dass die „verlorenen“ Kilos irgendwo vor sich hin gammeln und nur darauf warten, dass sie wieder auf mich drauf dürfen. In der Zwischenzeit – bis ich sie wieder gefunden hab – lieben und vermehren sie sich, damit dann noch mehr  von mir wieder da ist, als es davor war.

Und wenn ich es irgendwie schaffe, andere Wege zu gehen, nur damit ich nicht zufällig an den Stellen vorbei komme, an denen ich das Gewicht verloren habe, dann gibt es sicher „ehrliche“ Finder, die es wieder zurückbringen.

Da gibt es zum Beispiel „Früstchen“, ein nettes kleines Mädchen, das gelernt hat sich über alles zu ärgern, was es nicht sofort haben kann.

F:“ Schau, das Handy wär echt schön!“

I:“Geht im Moment nicht – zu teuer“

F: „Na geeeehhhh, ….“ „Hey,übrigens….. du hast da was verloren – ich hab es gefunden – da hast!“

TOLL, wieder ein paar Kilo Hüftgold zurück 😦

Oder „Fadi“, ein gemütlicher älterer Herr, der gerne gefordert wird, um nicht zu verkalken. Wenn der einmal zu wenig zu tun hat und nicht weiß, was er mit seiner Zeit anfangen soll, dann beginnt er aufzuräumen und bringt alles, was herumliegt zu seinen ursprünglichen Besitzern zurück. Und das können auch mal verloren geglaubte Kilos sein.

Und auch „SchweHu“, der kleine rosa Vierbeiner, dessen Aufgabe es zu sein scheint immer darauf zu achten, dass bestimmte Dinge nicht verschwinden. Dinge wie „Kraft“, die darf nicht für Bewegung oder Sport verbraucht werden. Dinge wie „Energie“, die darf nämlich nicht für Aktivitäten, wie „Einkaufen“, „Spazieren gehen“, „Kochen“, „tanzen“…. vergeudet werden. Aber der auch dafür zuständig zu sein scheint, dass er zur Sicherheit eine ganze Weile das Gewicht bewacht, das ich verloren hoffte.

Also hab ich jetzt entschieden, dass ich auf gar keinen Fall Gewicht verlieren will! Ich werde mich lieber für ein „neues“, „leichtes“, „sportliches“, „spannendes“ Leben entschieden!

Und die drei dürfen mich dabei begleiten 🙂

Das neue Leben hat JETZT begonnen, das freut „Früstchen“ und dabei vergisst sie mir unerwünschte Sachen zu bringen.

Da gibt es eine Menge neuer Sachen zu versuchen, interessanter Dinge zu erkunden und zu lernen. Dann hat „Fadi“ keine Zeit mehr aufzuräumen.

Und „SchweHu“ hat so viel zu beachten, dass er keine Zeit und vor allem selbst keine Lust mehr hat irgendetwas zu bewachen und zurück zu bringen.

Und falls jemand von euch meine „Kilos“ gefunden hat ….   Behaltet sie!!!!!  Ich will und brauch sie nicht mehr!

„Außen“ bin ich mindestens doppelt so „groß“ wie „Innen“

Dass ich mich auf Fotos nicht erkennen kann, ist mir schon vor langer Zeit aufgefallen. Immer steht oder sitzt an dem Platz, wo ich dachte beim Fotografieren gewesen zu sein, eine fremde Frau.

Man kann sie zwar nicht hässlich nennen und sie sieht ein wenig meiner Großmutter ähnlich, aber ich bin auf den Fotos nie zu finden. Nur diese Frau. Sie ist ziemlich dick! Ich mein, ich bin schon nicht schlank, aber die….. ein ziemlicher Fettklops! Obwohl….. irgendwas stimmt ja mit meiner Wahrnehmung auch nicht.

Seit Jahren schon habe ich keinen Spiegel in meiner Wohnung. Zumindest keinen, in dem ich mehr als nur mein Gesicht sehen kann. Daher kann ich auch ganz locker an meinem inneres Bild von mir festhalten. Ich fühle mich nicht fett und das Feedback der Menschen, die mich kennen, hat auch nichts mit meinem Gewicht zu tun. Ja gut, schlank war ich auch noch nie, aber zwischen mir und dieser Frau auf den Fotos –> Zentner liegen da dazwischen!

Ja außer,  es geht darum Kleidung zu kaufen, da geh ich davon aus, dass das Bild, wie ich es am Foto sehe, stimmen könnte. Und da hab ich dann den Beweis – Ich bin zwar für alle Kleidergrößen viel zu klein – vertikal – aber ich kauf mir die Kleidung auch viel zu groß – horizontal 😉

Und daraus beziehe ich dann auch meine Selbstbestätigung , nämlich, wenn ich dann zu mir sagen kann: „Na schau, die Hosen sind ganz neu und trotzdem angenehm locker.“

Nachdem ich es gar nicht ertragen kann, dass diese fremde Fotofrau immer in den Kabinen der Modegeschäfte auftaucht, bin ich auch seit Jahren nicht mehr shoppen gegangen. Onlineshopping sei Dank, konnte ich mich auch so mit Kleidung eindecken.

Und das, obwohl das „fishing for compliments!“ in REAL LIFE  eigentlich ganz leicht funktioniert, nämlich so:  „Also wissen Sie, Fräulein, vor 6 Wochen hat mir die Größe noch gepasst!“ – „Da haben Sie ja schon wirklich toll abgenommen, gnä´Frau, Gratuliere!“

Aber dann gibt es leider auch die andere Seite, an der man erkennen kann, dass man sich kleiner vorkommt, als man „außen“  ist.

Das war ein Erkennen, das ich nicht so spaßig fand. Ja, irgendwann hab ich nicht mehr richtig einschätzen können, wie viel Platz ich im Supermarkt beim Gehen durch einen Gang, bzw. beim Vorbeigehen an einer Lebensmittelpyramide brauche.

Ihr könnt euch vorstellen, wie peinlich es ist, einfach so ein Konstrukt im Supermarkt auf dem Gewissen zu haben – nur weil man nicht erkannt hat wie viel Platz man braucht !

 

Adipositas -> welch „schwerwiegende“ Diagnose

Ich kann mich kaum mehr erinnern, wann die Diagnose „Adipositas“ bei mir das erste Mal gestellt wurde. Ich kann mich überhaupt  an viele Dinge nicht mehr erinnern, aber was ich  – wie eingebrannt in meine Netzhaut  – noch immer vor mir habe ist das Schild „KLINIK FÜR FETTSÜCHTIGE KINDER“. Ich glaub ich war 8, als dort meine Diätlaufbahn begann. Oder besser gesagt – die erste Ernährungsumstellung meines Lebens . Und die erste,  die mich auch gleich auf die Bretter legte. Nach nur 2 Wochen meinte mein Körper, dass er zu verhungern drohe und drehte einfach mein Bewusstsein ab.

Den Anschiß, den meine Mutter vom zuständigen Arzt erhielt, weil sie sich erlaubt hatte sich an seine Anweisungen und damit auch an das Ernährungsprogramm zu halten, höre ich heute noch. „Also bitte Frau M. das geht doch nicht, Sie lassen ihr Kind ja verhungern. So ein Plan wie ich ihn Ihnen mitgab ist so konstruiert, dass den Kindern ein Drittel mehr gegeben werden muss, damit sie genug Nährstoffe haben. Das sag ich den Müttern natürlich nie, weil Mütter sich ja sowieso nie an den Plan halten, sondern immer um so viel mehr geben. Wie können Sie sich nur genau daran halten? Erlauben Sie ihr in Zukunft wenigstens immer, wenn sie merkt, dass es ihr schwarz wird vor Augen, ein Stückchen Schokolade zu essen, damit sie nicht unterzuckert!“

Und so hab ich gelernt: Die Mengen, die Ernährungs-„päpste“ angeben sind immer um ein Drittel zu klein 😉

UND

BEVOR mir schwarz vor Augen wird, muss ich was Süßes Essen –-> Danke Dr. P –> Sie haben ja keine Ahnung wie „dunkel“ mein weiteres Leben dann verlief 😉

Ja ich geb es ja zu, Adipositas klingt nicht ganz so schlimm wie Fettsüchtig ! Ist es aber !

OK, 100.000 Gedanken und kein Anfang in Sicht

So, jetzt sitze ich schon seit 3 Wochen fast täglich vor dem leeren Bildschirm und weiß nicht, wie ich anfangen soll. Ich weiß nur, dass es zum Thema „Übergewicht“ ganz viele Seiten gibt, ganz viele Meinungen, ganz viele Vorurteile. Ich habe – wie die meisten Übergewichtigen —    in meinem Leben bestimmt schon einige Zentner abgenommen und immer wieder ein Vielfaches wieder zu. Ich hab mich an gute Ratschläge gehalten, mir die „du brauchst ja nur…“ Sprüche angehört und manchmal auch versucht daran zu halten und hab die Diäten von „A“ wie Atkinsdiät bis „Z“ wie Zitrussaftkur hinter mir. Das Resultat jeder Diät war ………… ( Trommelwirbel)………….. PLUS  5 – 20 Kilo !!!

Und ja, mir ist auch das  Argument bekannt, dass eine Diät nie etwas bringt, sondern nur eine Ernährungsumstellung notwendig und sinnvoll ist !

Wenn ich meine Wohnsitze genauso oft gewechselt  hätte, wie meine Ernährung, dann gäbe es – glaub ich – kaum mehr ein Land in dem ich noch nicht gewesen wäre 😉